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2010 / 2011
BERLIN ALEXANDERPLATZ
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DER VERDACHT
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ALFRED
DÖBLIN
BERLIN
ALEXANDERPLATZ
DIE GESCHICHTE VON FRANZ BIBERKOPF
DIES IST DIE GESCHICHTE VON FRANZ BIBERKOPF, DER AUS
DEM GEFÄNGNIS KOMMT UND SICH VORNIMMT, ANSTÄNDIG ZU SEIN, DER ABER
ZWANGSLÄUFIG IMMER WIEDER IN SCHWIERIGKEITEN GERÄT. SIE PASST IN UNSERE
ZEIT. DIE KRISEN DER SPÄTEN 20ER JAHRE UNTERSCHEIDEN SICH IN VIELERLEI
HINSICHT VON DEN GEGENWÄRTIGEN, DOCH DAMALS WIE HEUTE: DIE ZEITEN SIND
SCHLECHT, DAS VORHERRSCHENDE GEFÜHL: WIR SIND VERLIERER. IN EINEM SPIEL,
DAS WIR NICHT SELBST ENTSCHEIDEN. |
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27. September bis
15. November 2009
PREMIERE: 26. September 2009
im Sachsenwald-Forum Reinbek
Auf Wunsch wird vor der Aufführung
eine kostenlose Einführung angeboten. |
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ZUM STÜCK
„Aber das menschliche Wesen ist kein
dem einzelnen Individuum innewohnendes Abstraktum. In seiner
Wirklichkeit ist es das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse.“
(Karl Marx, 6. These über Ludwig Feuerbach)
Franz Biberkopf hat einen
fürchterlichen Fehler begangen.
Er hat sich auf schlechte Gesellschaft eingelassen und in einem Moment
der Raserei seine ehemalige Geliebte getötet. Infolgedessen verbrachte
er vier Jahre im Gefängnis. Nun ist er frei und eine einzige Idee
beherrscht sein Denken: Er will ein anständiger Bürger sein.
Seine Ansprüche sind nicht übertrieben: eine Frau, die er lieben kann,
und eine anständige Arbeit. Er ist körperlich gesund und schreckt vor
harter Arbeit nicht zurück.
Er weiß, es wird nicht einfach sein. Soeben aus dem Gefängnis entlassen,
lauten seine ersten Worte, als er aus dem Tor der Strafanstalt
Berlin-Tegel tritt: „Freiheit – die Strafe beginnt“. Kurze Zeit später
betritt Franz Biberkopf das Durcheinander des Alexanderplatzes.
Man schreibt das Jahr 1927, neun Jahre nach der blutigen Niederschlagung
der Novemberrevolution, vier Jahre nach der Inflation 1923/1924, zwei
Jahre vor dem schwarzen Freitag 1929, dem Börsen- und Bankenkrach.
ZUR THEMATIK
Die Geschichte des Transportarbeiters Franz Biberkopf, der, aus der
Strafanstalt Berlin-Tegel entlassen, als ehrlicher Mann ins Leben
zurückfinden möchte, ist das erste deutsche Großstadt-Theaterstück von
literarischem Rang. Das Berlin der zwanziger Jahre ist der Schauplatz
des Geschehens. Die Großstadt selbst wird zum Gegenspieler des
gutmütig-jähzornigen Franz Biberkopf, der dieser verlockenden, aber auch
unerbittlichen Welt zu trotzen versucht. Hier wird nicht nur ein
Einzelschicksal analysiert, sondern das kollektive Geschehen, das
Allgemeine der menschlichen Situation in einer Zeit, welche der heutigen
sehr ähnelt.
In Berlin Alexanderplatz wird das „Gemeinwesen einer Großstadt“
dargestellt. Man erfährt nicht nur Parallelen, sondern auch eine
unglaubliche gültige dichterische Gestaltung. Das Werk zählt zu den
großen Stoffen unserer Zeit.
Der Alexanderplatz, im Herzen Berlins gelegen. Nur wenn man lange
genug auf ihm bleibt, trifft man zwangsläufig auf alte Freunde, Feinde
und Bekannte. Am Alexanderplatz trifft Franz Biberkopf auf die Schwester
der Frau, welche er vor vier Jahren tötete.
POLITISCHE HINTERGRÜNDE
Damals
1923/24 – 1929
2,8 Millionen Arbeitslose.
Der Berliner Polizeipräsident versucht, ein Demonstrationsverbot
am 1. Mai mit Waffengewalt durchzusetzen.
1923/24 Inflation.
Die Zahl der Arbeitslosen steigt.
Parallel laufen die goldenen zwanziger Jahre.
Ernst Toller hat mit der Piscator-Inszenierung „Hoppla, wir
leben“ 1929 Premiere im Theater am Nollendorfplatz.
Otto Dix und George Grosz charakterisieren expressionistisch die
Gesellschaft.
Der junge Bertolt Brecht etabliert sich in bürgerlichen
Künstlerkreisen mit beißender Kritik.
Franz Biberkopf, die Figur Alfred Döblins, beschäftigt sich
nicht mit Kunst. Er ist zu sehr damit beschäftigt, Arbeit zu
suchen.
1929. Schwarzer Freitag an der New Yorker Börse löst die
Weltwirtschaftskrise aus. Diese umfasst die Industrie: (minus 47
Prozent in Deutschland), die Landwirtschaft (minus 30 Prozent)
und den Handel.
Das Finanzsystem schwankt.
In 56 Staaten kommt es zur Geldentwertung.
Die Arbeitslosigkeit erreicht 1932 den Höhepunkt: 6 Millionen
Arbeitslose.
Systematische Senkung des Arbeitslosengeldes und anderer
Sozialleistungen.
Die Parteienzersplitterung der Weimarer Republik macht das
Regieren schwierig |
Heute
2008/2009
NPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern.
DKP im Landtag von Niedersachsen.
Finanzkrise und Rezession in den Vereinigten Staaten schwappen
auf Europa über.
Das Erdbeben auf den Finanzmärkten rüttelt an den Grundfesten
der Weltfinanzordnung.
Im Juli 2007 gibt die IKB eine Gewinnwarnung heraus.
2008: Immer mehr Bankhäuser rutschen in die roten Zahlen.
3,5 Millionen Arbeitslose im März 2008.
130.000 Arbeitnehmer sind trotz Beschäftigung abhängig von Hartz
IV.
Rentenerhöhung im Juli 2008: 1,1%.
Erhöhung der Abgeordnetendiäten: 9,4%.
Sommer 2008: Daimler und BMW geben eine Gewinnwarnung heraus.
Die Wahlbeteiligung bei Wahlen sinkt drastisch. Nicht Politik-,
sondern Politikerverdrossenheit sind die Gründe.
Das Aufkommen des 5-Parteien-Systems in Deutschland erschwert
die Regierungsbildung in Bund und Ländern. |
MUSIKALISCHE EINLAGEN IM STÜCK.
Das Ensemble singt:
„Ich hab’ mein Herz in Heidelberg verloren …“
„Mit den Händchen klapp, klapp, klapp,
mit den Füßchen trapp, trapp, trapp …“
(Engelbert Humperdinck)
„Es braust ein Ruf wie Donnerhall …“
„Die Wacht am Rhein …“
„Wenn die Soldaten in die Stadt marschieren …“
„Ich hatt’ einen Kameraden …“
u.a.m.

Wittwulf Y. Malik
ist unser Hauspianist.
Er ist Komponist, Pianist, Cellist und Hochschullehrer. Für unsere
Produktion „ES WAR DIE LERCHE“ und „DER TRAUSCHEIN“ hat er die
musikalische Einrichtung mit dem Ensemble probiert.
Wittwulf
Y. Malik wird mit dem Ensemble „BERLIN ALEXANDERPLATZ“ mit einzelnen
Schauspielern und dem gesamten Ensemble die (teils weltbekannten) Lieder
einstudieren.
Besetzung
| FRANZ
BIBERKOPF |
PETER
RAUCH |
| JUSTIZBEAMTER |
UWE MICHAEL WIEBKING |
| ARZT |
RIMBERT SPIELVOGEL |
| PASSANT |
REINHARD HORRAS |
| MECK |
ANDREAS EDELBLUT |
| LÜDERS |
RIMBERT
SPIELVOGEL |
| WITWE |
INGRID RICHTER |
| WIRT |
REINHARD HORRAS |
| FRAU |
KARIN KIURINA |
| MANN |
ANDREAS EDELBLUT |
| REINHOLD |
RAINER ETZENBERG |
| PUMS |
REINHARD
HORRAS |
|
KLEMPNER
KARL |
RIMBERT
SPIELVOGEL |
| MAXE |
ANDREAS EDELBLUT |
| HERBERT |
UWE
MICHAEL WIEBKING |
| EVA |
KARIN
KIURINA |
| MIEZE |
NELE HOLLINDERBÄUMER |
| UNTERSUCHUNGSRICHTER |
ANDREAS EDELBLUT |
| KIMINALBEAMTER IN ZIVIL |
REINHARD HORRAS |
| TOD (ROLLE DES REINHOLD) |
RAINER ETZENBERG |
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RECHTE: GUSTAV KIEPENHEUER BÜHNENVERTRIEBS GMBH
BERLIN |
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PETER RAUCH
"FRANZ BIBERKOPF"

NELE HOLLINDERBÄUMER
"MIEZE"

KARIN KIURINA
"EVA"

REINHARD HORRAS
"PUMS"

UWE MICHAEL WIEBKING
"HERBERT"

RAINER ETZENBERG
"REINHOLD" |
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Manfred H. Greve, Sülldorfer
Kirchenweg 78, 22587 Hamburg, Tel.: 0 40 / 8 66 36 01, Fax: 0 40 / 86 95 04
E-Mail: theater.greve@t-online.de
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